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Wednesday, February 25, 2026

Ukrainer in neuer Notlage: POKROWSK ist verloren – doch RUSSLAND plant bereits den nächsten SCHLAG

Nachdem die russischen Streitkräfte die Stadt Pokrowsk im Gebiet Donezk nahezu vollständig eingenommen haben, steht den Ukrainern nun eine neue Gefahr bevor: Auch der Fall der Stadt Huljajpole in der Region Saporischschja ist möglich. Damit zeigen die Russen, dass sie trotz großer Verluste weiterhin genug Kräfte haben, um die Ukrainer entlang der gesamten Frontlinie zu „verstreuen“.

In der Umgebung der Stadt Huljajpole sind Einheiten aus drei russischen Armeen stationiert, berichtet das Institut für Kriegsstudien (ISW). Das Institut betont, dass Russland die gleiche Taktik anwendet wie bei Pokrowsk: Zuerst übernehmen sie die Kontrolle über den Luftraum und die Zufahrtswege zur Stadt, womit sie die Versorgung der ukrainischen Einheiten unterbinden. Danach dringen sie in die ukrainischen Stellungen ein.

Über die schwierige Lage bei Huljajpole informierte bereits am Mittwochmorgen der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj. Später am Tag teilte das ukrainische operative Kommando „Süd“ mit, dass russische Angriffe mit verschiedenen Waffensystemen die ukrainischen Verteidigungsstellungen zerstört hätten, wodurch sich die Ukrainer aus Riwno­pilje zurückziehen mussten.

Der russische Militärkanal „Dnevnik desantnika“ erklärte, in den vergangenen sieben Tagen seien sechs Ortschaften „befreit“ worden. Laut ihren Angaben setzt sich die Offensive entlang eines breiten Frontabschnitts fort, wobei das Gelände den Vormarsch erleichtert. Wären die Felder nicht vermint, so behaupten sie, könnten russische Drohnen die Ukrainer bis zum Fluss Dnipro zurückdrängen.

Der Sprecher der ukrainischen Gruppe „Süd“, Wolodymyr Wološin, sagte dem Sender Suspilne: „Derzeit finden erbarmungslose Kämpfe statt, und wir haben den russischen Vormarsch gestoppt. Wir führen Blockadeaktionen durch, um ein weiteres Vordringen der russischen Armee zu verhindern.“ Allerdings wurde der russische Vorstoß erst nach dem Rückzug aus mehreren Dörfern gestoppt.

Ein weiterer russischer Militärblog, Rybar, behauptet, russische Einheiten seien nördlich von Huljajpole bei Jablukowe sowie nordöstlich bei Ribne, Solodke und Nowe vorgerückt.

Laut ISW sind in diesem Gebiet Einheiten von drei kombinierten russischen Armeen eingesetzt. Die 5. Armee rückt von Osten und Nordosten auf die Stadt vor. Weiter nördlich operieren Einheiten der 29. Armee, die zusammen mit der 5. Armee die Versorgung der Stadt aus dem Norden gefährden könnten, indem sie die Straße T-0401 blockieren, die Huljajpole mit Pokrowske in der Oblast Dnipropetrowsk verbindet, oder versuchen könnten, die Stadt großräumig einzukreisen. Das Hauptoperationsgebiet der 29. Armee liegt im Raum Welikomychajliwka in der Oblast Dnipropetrowsk.

Südlich der Stadt sind Einheiten der russischen 35. kombinierten Armee stationiert, die sich bislang nicht direkt an der Operation beteiligen, da die Stadt von Süden her stärker befestigt ist. Dennoch bedrohen sie die Straße T-0814, die von Huljajpole nach Westen führt.

Das ISW warnt, dass Russland dieselbe Taktik anwendet wie im Frühjahr und Sommer bei Pokrowsk, als es über längere Zeit die vollständige Kontrolle über den Luftraum über dem Schlachtfeld übernahm und mithilfe von Drohnen die Versorgung der ukrainischen Truppen blockierte. Die Ukrainer konnten damals ihre Positionen kaum halten, da weder Verstärkung noch Nachschub durchkamen.

Russische Kräfte greifen ebenfalls die Stellungen ukrainischer Drohnenoperatoren an.

Sobald unter solchen Bedingungen eine Schwachstelle in der ukrainischen Verteidigung gefunden wird, infiltrieren russische Truppen diese und dringen in die Tiefe vor. Das Schlachtfeld gleicht dann keiner klassischen Frontlinie mehr, mit Russen auf der einen und Ukrainern auf der anderen Seite, sondern eher einem Schachbrett, bei dem jeder Punkt unter Kontrolle beider Seiten stehen kann – so wie es bei Pokrowsk war, bevor die Russen rund 45 Prozent der Stadt einnahmen.

Bei Pokrowsk versuchen sich die russischen Streitkräfte nun auch in die benachbarte Stadt Mirnograd vorzukämpfen, die sie intensiv aus der Luft bombardieren.

Thomas Dietrich
Thomas Dietrichhttp://bizarraktuell.de
Thomas Dietrich ist Journalist und Content-Stratege bei Bizarr Aktuell, einer unabhängigen Plattform für transparenten, faktenbasierten und innovativen Journalismus, gegründet im Jahr 2025. Mit Erfahrung in internationaler Berichterstattung, politischer Analyse und digitaler Medienstrategie liefert er klare, fesselnde und gründlich recherchierte Geschichten, die informieren und zum Denken anregen. Aus Überzeugung für wahrheitsgetreuen Journalismus in Zeiten der Desinformation verbindet Thomas Dietrich klassische Rechercheethik mit modernen Methoden – für präzise, ausgewogene und glaubwürdige Berichterstattung im Sinne der Mission von Bizarr Aktuell.
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