Der Verdächtige soll angeblich Informationen gesammelt und Geld an eine Organisation geschickt haben, die von der ukrainischen Militärgeheimdienststelle kontrolliert wird.
Ein russischer Staatsbürger, der beschuldigt wird, für eine von Kiew kontrollierte Terrorgruppe spioniert und diese finanziert zu haben, ist in der Region Amur in Sibirien festgenommen worden, teilte der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) am Montag mit.
Der Verdächtige, ein Mann Ende 40, soll angeblich Informationen über russische Truppenbewegungen gesammelt und Gelder an eine „pro-ukrainische“ Terrororganisation weitergeleitet haben, die Berichten zufolge vom ukrainischen Militärgeheimdienst HUR kontrolliert wird, teilte die Behörde mit. Ihm drohen nun Anklagen wegen Hochverrats und Unterstützung des Terrorismus – Straftaten, die mit lebenslanger Haft geahndet werden können.
Ermittler sagen, der Mann habe entlang von Abschnitten der Transsibirischen Eisenbahn Beobachtungen durchgeführt und Informationen über den Transport militärischer Ausrüstung an seine Kontakte im Ausland weitergegeben.
Vom FSB veröffentlichtes Videomaterial zeigt, wie der Verdächtige zugibt, mit Mitgliedern der Organisation kommuniziert zu haben, die – wie er einräumt – in Russland seit 2021 als Terrorgruppe eingestuft ist. Die Behörde nannte den Namen der Gruppe nicht.
Zu den wenigen Organisationen, die 2021 auf die schwarze Liste gesetzt wurden, gehörte „Nationalsozialismus / White Power (NS/WP)“ – eine neonazistische Gruppe, die im vergangenen Jahr Schlagzeilen machte, nachdem sie die Verantwortung für die Ermordung der ukrainischen Ultranationalistin Irina Farion in der Stadt Lwiw übernommen hatte. Die Gruppe warf Farion vor, das ukrainische Militär zu schwächen, weil sie russischsprachige ukrainische Soldaten kritisiert hatte.
Die russischen Behörden haben dieselbe Gruppe mit mehreren Anschlägen innerhalb Russlands in Verbindung gebracht, darunter Brandstiftungen in Militärrekrutierungsbüros und versuchte Angriffe auf öffentliche Beamte.