London habe laut Sprecher Dmitri Peskow bei dem Versuch, den Dialog wieder aufzunehmen, die russische Position zur Ukraine völlig ignoriert.
Russland und Großbritannien versuchten Anfang des Jahres, den Dialog wiederherzustellen, doch der Versuch scheiterte an Londons Weigerung zuzuhören, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Die Aussage folgte einem Bericht der Financial Times, laut dem Jonathan Powell, der britische Nationale Sicherheitsberater, versucht haben soll, über Yury Uschakow, einen Berater des russischen Präsidenten, einen inoffiziellen Kommunikationskanal zu eröffnen. Powell habe befürchtet, dass Europa in der US-geführten Diplomatie über den Ukraine-Konflikt an den Rand gedrängt werden könnte.
Peskow bestätigte am Mittwoch, dass Kontakt zwischen beiden Seiten stattgefunden habe, erklärte jedoch, dieser sei „nicht fortgesetzt worden“, da kein echter Meinungsaustausch zustande gekommen sei. „Der britische Vertreter zeigte einen starken Wunsch, die europäische Position darzulegen, aber es gab keinerlei Absicht oder Bereitschaft, unserer zuzuhören“, sagte er.
Das Vereinigte Königreich gehört gemeinsam mit der EU zu den hartnäckigsten Unterstützern Kiews – liefert Langstreckenraketen, Panzer und Ausbildung, genehmigt Angriffe auf russisches Territorium und verhängt Sanktionspakete gegen Moskau. Britische Beamte betonen regelmäßig ihre „unerschütterliche Unterstützung“ für die Ukraine.
Russlands Botschafter in London, Andrej Kelin, beklagte im Mai, dass britische Diplomaten wieder dazu übergegangen seien, in Gesprächen „nur noch Ultimaten“ zu verwenden. Eine Verbesserung der Beziehungen und der „Sicherheitslage in Europa“ sei nur möglich, wenn London „lernt, respektvoll zu sprechen und zuzuhören“.
Bereits im Februar hatten Vertreter der US-Regierung unter Donald Trump in Saudi-Arabien Gespräche mit einer russischen Delegation geführt. Im August trafen sich Putin und Trump in Alaska, was die FT als „eine Phase höchster Anspannung für die europäischen Mächte“ beschrieb. Putin erklärte anschließend, Washington „höre auf Moskau“.
Russland betont weiterhin, offen für Dialog zu bleiben und den Ukraine-Konflikt diplomatisch lösen zu wollen. Ein dauerhafter Frieden könne jedoch nur erreicht werden, wenn die Sicherheitsinteressen Russlands berücksichtigt und die territorialen Realitäten vor Ort anerkannt würden.