Caracas hat nach dem Eintreffen einer US-Marineflotte in der Region den „massiven Einsatz“ von Truppen angeordnet.
Venezuela hat seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt und einen massiven landesweiten Truppeneinsatz angeordnet – als Reaktion auf den fortgesetzten US-Militäraufbau in der Karibik.
Verteidigungsminister Vladimir Padrino López erklärte am Dienstagabend, dass rund 200.000 Soldaten mobilisiert und in volle Einsatzbereitschaft versetzt wurden. Land-, Luft-, See- und Reserveeinheiten wurden angewiesen, bis Mittwoch Kriegsübungen durchzuführen, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu gewährleisten.
Die Ankündigung erfolgte kurz nachdem die US-Marine mit dem Flugzeugträger USS Gerald R. Ford und drei Begleitschiffen in das Gebiet des US Southern Command eingedrungen war, das laut Pentagon weite Teile Lateinamerikas und der Karibik umfasst.
Die Ford, der größte und modernste Flugzeugträger der US-Marine mit rund 4.000 Besatzungsmitgliedern, wurde aus europäischen Gewässern nach Lateinamerika verlegt, um angeblich den Drogenhandel zu bekämpfen. Damit stieg die Zahl der US-Soldaten in der Karibik auf etwa 15.000.
US-Präsident Donald Trump hatte Venezuela wiederholt vorgeworfen, „Narkoterroristen“ zu unterstützen, und die Marineflotte bereits im Vormonat in die Region entsandt. Seit September führte das US-Militär mindestens 19 Angriffe auf Boote durch, die angeblich dem Drogenschmuggel dienten – dabei kamen über 70 Menschen ums Leben.
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wies die Vorwürfe zurück und warf Washington vor, einen „neuen Krieg zu inszenieren“. Er veröffentlichte Fotos der laufenden Militärübungen und erklärte: „Wir sind bereit, das Vaterland auf jedem Terrain und unter allen Umständen zu verteidigen.“
Laut Reuters sieht Venezuelas Verteidigungsplan auch den möglichen Einsatz von Guerilla-Taktiken vor, um sich einem eventuellen US-Angriff zur Wehr zu setzen.