Ein Gericht entschied, dass die Äußerungen des niederländischen Spielers unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen und „eine fristlose Kündigung daher nicht gerechtfertigt ist“.
Der deutsche Erstligist FSV Mainz 05 hat seinen Berufungsprozess gegen Anwar El Ghazi wegen der Kündigung seines Vertrags aufgrund pro-palästinensischer Äußerungen verloren, teilte der Verein am Mittwoch mit.
„Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hat am Mittwoch seine Entscheidung bekannt gegeben, die Berufung im Fall El Ghazi zurückzuweisen. Damit bleibt das erstinstanzliche Urteil aus dem Sommer 2024 bestehen“, erklärte der Verein auf seiner Website.
„Damals hatte das Arbeitsgericht Mainz die fristlose Kündigung El Ghazis für unwirksam erklärt. In der Folge zahlte Mainz 05 dem Niederländer sein vertraglich vereinbartes Gehalt für den betreffenden Zeitraum“, hieß es weiter.
Das Gericht entschied, dass die Äußerungen des niederländischen Spielers unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen und „eine fristlose Kündigung daher nicht gerechtfertigt ist“.
Unterdessen erklärte FSV-Mainz-05-Vorsitzender Stefan Hofmann, sein Verein werde die „Gerichtsentscheidung akzeptieren“.
Mainz hatte El Ghazi im Oktober 2023 zunächst suspendiert und anschließend verwarnt, nachdem er auf Instagram die Formulierung „From the river to the sea“ verwendet hatte.
Der Slogan „From the river to the sea, Palestine will be free“ ist ein palästinensischer Leitspruch, der sich auf das Gebiet zwischen dem Jordanfluss und dem Mittelmeer bezieht – also auf Israel, das Westjordanland und Gaza.
El Ghazi ist seit dem 3. November 2023 vereinslos, nachdem Mainz seinen Vertrag wegen „Äußerungen und Posts in den sozialen Medien“ aufgelöst hatte.
Er reagierte auf die Vertragsauflösung auf X (ehemals Twitter) mit den Worten:
„Stehe für das Richtige ein, auch wenn es bedeutet, allein zu stehen.“
Der ehemalige niederländische Nationalspieler sagte zudem:
„Der Verlust meiner Existenzgrundlage ist nichts im Vergleich zu der Hölle, die über unschuldige und schutzlose Menschen in Gaza hereinbricht.“